| Wewerka, Stefan (*1928 Magdeburg) Nach seinem Studium der Architektur Ende der 40er-Jahre und Projekten wie dem Entwurf der Bonner Jugendherberge (1951) und Konzepten für eine sog. Erdarchitektur beschäftigte sich Stefan Wewerka Anfang der 60er-Jahre mit Bildhauerei und Malerei. In dieser Zeit stand er der Fluxus-Bewegung nahe und arbeitete mit den Künstlern Nam June Paik und Wolf Vostell zusammen. Seit 1970 beschäftigte sich Wewerka auch mit dem Medium Film. Als Designer machte er erstmals Anfang der 70er-Jahre durch seine «Verfremdungen» - künstlerische Neueditionen von Stühlen, die er als ironisch verfremdete Kommentare verstand (z.B. «Klassenzimmerstühle», die in grotesker Schräglage einer imaginären Ohrfeige ausweichen sollten, oder seine «besitzbaren und nichtbesitzbaren Objekte») auf sich aufmerksam. Ab 1974 fertigte Wewerka zahlreiche Entwürfe für die Firma Tecta in Lauenförde, z.B. den asymmetrischen fächerförmigen Eschentisch «M 1» (1979) und die dazugehörigen Stühle der Serie «B 1» («Asymmetriestühle»). 1982 entwarf er für Tecta den Stuhl «Einschwinger B 5», der aus einem 3,20 m langen Stahlrohr besteht, das ein Schwingen nach allen Seiten ermöglicht. Mit der Wohneinheit «Cella» und dem «Küchenbaum» (für Tecta, 1983; eine stammähnliche Konstruktion aus Stahl, die auf sechs höhenverstellbaren und frei drehbaren Ebenen u.a. drei Herdplatten, eine Spüle, eine Ablage sowie Gewürzständer und Obst- und Gemüseschale beinhaltet) setzte Wewerka seine Designphilosophie um, auf kleinstem Raum maximal viele Funktionen zu bieten. Neben weiteren Entwürfen für Tecta (Tisch mit Container «M 2», 1979; Freischwinger «B 3», 1981) schuf er ein Besteck für Alessi und Silberschmuck für Cleto Munari. © Königsdorfer Medienhaus, Frechen (René Zey) www.stefanwewerka.de | |  | |  | |  | |  | |  | |  | |